Jahrgang 2019
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Bernhard Münch berichtet aus dem Archiv von Jakob Sonntag (1902-1991)

Vor 125 Jahren
Marienhospital eingeweiht

Nur gut ein Jahr und vier Monate nach der Grundsteinlegung sah Oberpfarrer Richard Bertram am 18. September 1894 das von ihm initiierte und tat- und finanzkräftig vorangetriebene Projekt eines Krankenhauses für Brühl mit der feierlichen Einweihung des Marienhospitals an der Mühlenstraße von großen Erfolg gekrönt.
Der spätere Dechant und Ehrenbürger Brühls schuf damit die lebendige Grundlage für den bis heute andauernden Erfolg und die stete Erweiterung und Modernisierung des Krankenhausbetriebs in unserer Schlossstadt.

Vor 475 Jahren
Brisante Delegation
Das Kölner Domkapitel sah sich am 2. September 1544 zu einem letzten Schritt im Zwist mit dem vom Katholizismus abgewendeten Kurfürsten Hermann von Wied gezwungen. Mit einer eigens zusammengestellten Delegation aus der Mitte der Bischofsstadt ging es Brühl, wohin sich der Landesfürst zurückgezogen hatte. Hier wollte man ihn zum Verbleib im Schoss der katholischen Kirche bewegen, nicht zuletzt mit der Ankündigung, ja Drohung, dass er seiner Ämter und Würden enthoben werden würde, falls es bei seiner Zuwendung zur Reformation bliebe. Von Wied aber ließ sich eben nicht umstimmen ließ: man könne nicht von ihm verlangen, gegen sein Gewissen zu handeln – mit dieser endgültigen Aussage schickte er die Kölner wieder zurück in ihre Stadt. So bleib er zwar seinem Gewissen treu, musste wenig später jedoch sein Amt als Kurfürst und Erzbischof niederlegen und zurücktreten.

Vor 455 Jahren
Reisebericht aus Brühl
Auf den 19. September 1564 ist einer der frühesten Reiseberichte über unsere Heimatstadt datiert. Da er sich wegen der in Köln wütenden Pestilenz außerhalb der Stadtmauern aufhielt, scheint der Kölner Ratsherr Hermann von Weinsberg sich die Zeit mit Reisen durch die nähere Umgebung vertrieben zu haben. Er schreibt, dass er mit 14 Personen von Waldorf aus, wo er sein Quartier aufgeschlagen hatte, eine Spazierfahrt nach Brühl gemacht habe. Einkehr hielt er im Gasthof „Zum Ochsen“, wo man eine größere Anzahl Kölner Nachbarn getroffen habe. Man besuchte in Brühl außerdem die Fasanerie sowie den Lust- und Tiergarten.

Vor 215 Jahren
Napoleon in Brühl
Sind seit dem Umzug der Bundesregierung nach Berlin auf Schloss Augustusburg nur noch sehr selten Staatsoberhäupter, Könige und Fürsten zu Besuch, so war dies insbesondere zur Blütezeit von Schloss und Kurstaat ganz anders. Und auch Napoleon, der mit dem Rheinland ja auch Schloss Brühl erobert hatte, ließ es sich nicht nehmen, eine Besichtigung vorzunehmen. Und so stellte er den damaligen Brühler Bürgermeister, Maire Zaaren vor das Problem, in äußerster Eile die sehr schlechten Verbindungswege nach Brühl in einem dem Herrscher würdigen und befahrbaren Zustand bringen zu lassen.
Auch wenn der Besuch in Brühl am 17. September 1804 nur gerade einmal zwei Stunden dauerte, so war der Feldherr doch vom Schloss und besonders dem prächtigen Treppenhaus so beeindruckt, dass er Augustusburg zum Sitz seiner 4. Ehrenlegion machte.